16:8-Fasten zum Abnehmen: Warum purzeln die Kilos manchmal nicht?
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- 16:8-Fasten zum Abnehmen: Warum purzeln die Kilos manchmal nicht?
- Veröffentlichungsdatum:
- 07.09.2023
- Aktualisiert:
- 05.03.2026
- Lesezeit:
- 6 Minuten
Das 16:8-Fasten zählt zu den beliebtesten Methoden, um Gewicht zu reduzieren - und das ganz ohne striktes Kalorienzählen. Statt komplizierter Diätpläne steht hier ein klarer Rhythmus im Fokus: essen und fasten im Wechsel. Doch obwohl viele mit dieser Methode gute Erfahrungen machen, bleibt der gewünschte Gewichtsverlust bei manchen zunächst aus. Woran liegt das?
Was ist 16:8-Fasten und wie funktioniert es?
Das 16:8-Fasten ist eine Form des Intervallfastens (engl. "intermittent fasting"). Dabei handelt es sich weder um eine Diät noch um klassisches Fasten mit ganzen Fastentagen, sondern um eine Umstellung der Ernährung bzw. der Ernährungsweise. Es wird täglich 16 Stunden gefastet, während in einem Zeitfenster von 8 Stunden gegessen werden darf.
Typischerweise werden zwei bis drei Mahlzeiten innerhalb des Essensfensters verzehrt. Viele Menschen entscheiden sich dafür, entweder das Frühstück oder das Abendessen auszulassen - je nachdem, was besser in den Alltag passt. Sie müssen also beim Intervallfasten 16:8 nicht auf feste Nahrung verzichten. Und auch sonst gibt es bei dieser Methode keine vorgeschriebenen Einschränkungen, Sie sollten sich aber dennoch gesund und ausgewogen ernähren. In der Fastenphase sind Wasser, ungesüßte Tees und meist auch schwarzer Kaffee erlaubt.
Und was passiert in der Fastenzeit im Körper? Nach etwa 14 bis 16 Stunden Fasten stellt der Körper seine Energiegewinnung um: Statt Kohlenhydraten werden vermehrt Fettreserven genutzt. Zudem wird dieser Prozess häufig mit der sogenannten Autophagie in Verbindung gebracht - einem körpereigenen "Reinigungsprogramm", bei dem beschädigte Zellbestandteile abgebaut werden.
Weitere Methoden des intermittierenden Fastens finden Sie auf unserer Seite zum Intervallfasten.
Vorteile und Nachteile von Intervallfasten
Ein wesentlicher Vorteil: Durch das verkürzte Essensfenster nehmen viele Menschen automatisch weniger Kalorien zu sich. Vorausgesetzt, dass während der Essphasen gesunde Lebensmittel verzehrt werden.
Studien zeigen, dass sich durch das Intervallfasten ähnliche Effekte wie bei einer klassischen Kalorienreduktion erzielen lassen. Vor allem bei Übergewicht und Adipositas haben die Ergebnisse mehrere Studien belegt, dass Intervallfasten signifikant zur Gewichtsreduktion sowie auch zur Verbesserung der Blutfettwerte und des Blutdrucks beitragen kann. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes kann sich Intervallfasten nicht nur positiv auf das Gewicht, sondern auch auf die Stoffwechselgesundheit auswirken.
Wie bei anderen Fastenarten auch, kann es zu Beginn der Ernährungsumstellung zu Müdigkeit, Kopfschmerzen und Hungergefühlen kommen. Die ersten drei Tage sind für gewöhnlich die schwierigsten. Wenn Sie diese Zeit durchhalten, wird es zunehmend leichter und Sie können sich sogar energiegeladener fühlen als vorher.
Studie zu den Auswirkungen von Intervallfasten bei Adipositas
Studie zu den Effekten von Intervallfasten auf das Körpergewicht
Studie zu den Auswirkungen von Intervallfasten bei Typ-2-Diabetes
Studie zum Alternierenden Fasten und 16:8-Fasten bei Adipositas
Typische Fehler beim 16:8-Fasten: Warum nehme ich nicht ab?
Auch wenn das Prinzip einfach klingt, gibt es einige typische Stolpersteine, die den Erfolg des 16:8-Fastens beim Abnehmen bremsen können:
1. Ungesunde Lebensmittelauswahl
Grundsätzlich gibt es bei der 16:8-Methode keine strikten Verbote. Wer jedoch während des Essensfensters häufig zu stark verarbeiteten oder kalorienreichen Lebensmitteln und Süßigkeiten greift, kann schnell in einen Kalorienüberschuss geraten.
2. Zu wenig Bewegung
Die wichtigste Stellschraube beim Abnehmen ist die Ernährung. Sport trägt aber dazu bei, die Muskelmasse zu erhalten oder sogar aufzubauen, und das ist entscheidend, da Muskeln den Energieverbrauch erhöhen und so eine nachhaltige Gewichtsabnahme unterstützen. Darüber hinaus ist Bewegung auch wichtig für Ihr mentales Wohlbefinden. 30 bis 40 Minuten Sport an zwei bis drei Tagen in der Woche werden von der WHO empfohlen. Wenn Sie bisher keinen Sport gemacht haben, fangen Sie klein an. Zehn Minuten am Tag oder an ein paar Tagen in der Woche sind besser als gar kein Sport! Suchen Sie sich etwas, das Ihnen Spaß macht, damit Sie auch dabeibleiben.
3. Zu große oder zu kleine Portionen
Sowohl übermäßig große als auch zu kleine Portionen können den Abnehmerfolg behindern. Während große Mengen die Kalorienbilanz sprengen, kann ein zu starkes Kaloriendefizit den Stoffwechsel verlangsamen.
Auch wenn beim Intervallfasten keine Kalorien gezählt werden müssen, macht es dennoch Sinn, Ihren Kalorienverbrauch zu berechnen und für ein oder zwei Wochen zu tracken, wie viele Kalorien Sie zu sich nehmen (sollten). Das hilft auch dabei, ein Gefühl für die Portionsgrößen zu bekommen.
4. Snacks und versteckte Kalorien
Kleine Zwischenmahlzeiten oder kalorienhaltige Getränke werden oft unterschätzt. Auch sie zählen und können das Fastenkonzept unbemerkt aushebeln. Wenn Sie sich einen kleinen Nachtisch genehmigen wollen, dann am besten im Anschluss an eine Mahlzeit. Kalorien sparen Sie dadurch natürlich nicht, aber Sie halten zumindest die kleine Fastenphase zwischen zwei Mahlzeiten ein und das Verdauungssystem kann in Ruhe arbeiten.
5. Zu wenig Flüssigkeit
Der Körper braucht ausreichend Flüssigkeit, um zu funktionieren und Abfallprodukte des Stoffwechsels aus dem Körper zu transportieren. Mindestens 1,5 Liter, besser noch 2-3 Liter Wasser oder ungesüßte Tees sollten Sie über den Tag verteilt trinken. In den Fastenphasen kann Trinken helfen, das Hungergefühl zu stillen.
6. Schlafmangel
Eine ausreichende Schlafdauer ist wichtig für den Stoffwechsel und fördert außerdem den Abbau des Körperfetts. Schlafen wir zu wenig, produziert der Körper eine geringere Menge des Hormons Leptin, das für das Sättigungsgefühl zuständig ist. Dadurch können Heißhungerattacken aufkommen. Empfohlen werden sechs bis acht Stunden Schlaf pro Nacht.
7. Stress
Im Stresszustand produziert der Körper Cortisol. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel an und fördert neben der Entstehung von Fettzellen auch den Abbau der Muskulatur. Wenn wir gestresst sind, spüren wir oft ein Verlangen nach ungesunden Lebensmitteln, da der Körper schnell verfügbare Energie braucht.
8 Ungeduld: Wie lange dauert es, bis man mit 16:8-Fasten abnimmt?
Das16:8-Intervallfasten ist keine kurzfristige Diät, sondern eine langfristige Ernährungsweise. Der Körper benötigt Zeit zur Umstellung - oft zeigen sich erste Veränderungen nach zwei bis drei Wochen. Zudem kommt es auch auf Ihre Ausgangssituation an. Personen mit einem hohen Startgewicht nehmen wahrscheinlich schneller die ersten Kilos ab, als diejenigen, die vielleicht nur ein paar Kilogramm abnehmen möchten.
Tipps: So fasten Sie optimal mit der 16:8-Methode
Damit das 16:8-Fasten seine volle Wirkung und positiven Effekte entfalten kann, kommt es auf die richtige Umsetzung an:
- Setzen Sie auf frisches Obst und Gemüse
- Wählen Sie komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte, Kartoffeln oder Naturreis
- Integrieren Sie hochwertige Proteine aus Milchprodukten, Eiern, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchten sowie Nüssen und Saaten
- Verwenden Sie gesunde Fette wie Oliven-, Raps- oder Leinöl
- Trinken Sie ausreichend - mindestens 1,5 Liter täglich
- Reduzieren Sie Zucker, Salz und stark verarbeitete Lebensmittel
- Verzichten Sie möglichst auf Alkohol
- Essen Sie bewusst und nur bis zum Sättigungsgefühl
- Halten Sie kleine Pausen zwischen den Mahlzeiten ein und essen Sie erst bei echtem Hunger
Beispiel Tagesplan mit 16:8-Fasten
Fazit: 16:8-Fasten braucht die richtige Balance
Das 16:8-Intervallfasten ist eine alltagstaugliche und sanfte Methode zur Gewichtsreduktion. Beliebt ist sie vor allem, weil man dabei auf nichts verzichten muss und somit weder eine typische Diät noch klassisches Fasten macht. Entscheidend ist jedoch nicht nur das Einhalten der Fastenzeiten, sondern vor allem die Qualität und Menge der Nahrung innerhalb des Essensfensters. Wer bewusst isst, auf seinen Körper hört und Geduld mitbringt, schafft die besten Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg - ganz ohne strenge Diätregeln.
Über die Autorin
Stella Lammers
Stella hat schon immer gern geschrieben und gelesen und deshalb ihre Leidenschaft für Sprachen in verschiedenen sprach- und literaturwissenschaftlichen Studiengängen ausgelebt. Durch ihren Hintergrund als Kundenberaterin im internationalen Fit Reisen Team ist sie Expertin für Ayurveda, Kuren und Kundenwünsche.
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