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Hitzestädte-Ranking 2026

Hier bleibt Deutschland cool, hier schwitzt es am meisten

Tropische Nächte, aufgeheizter Asphalt, kein Durchatmen: Nach der historischen Hitzewelle im Juni befindet sich Deutschland bereits in der zweiten großen Hitzeperiode des Jahres, mit Höchstwerten von erneut bis zu 36 Grad, vor allem im Südwesten. Dass 2026 damit kein Einzelfall bleibt, zeigen die Zahlen: 2025 zählte laut Deutschem Wetterdienst zum achtwärmsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1881, bereits das fünfzehnte Jahr in Folge über dem langjährigen Mittel. Wie sehr eine Stadt das zu spüren bekommt, entscheidet dabei weniger das Thermometer als die gefühlte Temperatur und die nächtliche Abkühlung: Kühlt es nachts nicht ab, kann sich der Körper nicht erholen.

Wie ungleich diese Belastung über deutsche Großstädte verteilt ist, hat der führende Gesundheits- und Wellnessreiseveranstalter Fit Reisen jetzt in einem Ranking untersucht. Grundlage waren zehn Jahre Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes für 79 der größten deutschen Städte, kombiniert mit Flächen- und Strukturdaten des Statistischen Bundesamtes. Fünf Kennzahlen flossen zu gleichen Teilen in ein Punktesystem ein: Belastende Faktoren wie eine hohe gefühlte Temperatur, warme Nächte und starke Verdichtung kosten Punkte, mildernde Faktoren wie Grün- und Wasserflächen bringen welche. Wer viele Punkte sammelt, steht vorn - wer wenige holt, landet im hinteren Feld. Das Ergebnis zeigt, wo sich der Sommer am besten aushalten lässt - und wo die Hitze zur Dauerbelastung wird.

Key-Findings·Top 3 kühlste Städte·Top 3 heißeste Städte·Gesamtauswertung·Was bei Hitze hilft·Methodik·Weiterführende Links

Key-Findings: Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick

  • Klares Nord-Süd-Gefälle: Im Sommermittel ist es im Südwesten rund 2 Grad wärmer als im Norden.
  • Die Spitze des Rankings kommt geschlossen von der Küste: Lübeck führt vor Bremen und Kiel.
  • Schlusslicht ist Stuttgart, nur knapp vor Frankfurt am Main: Frankfurt liegt bei der gefühlten Temperatur rund 3,6 Grad über dem Spitzenreiter Lübeck und hat zugleich die wärmsten Nächte im gesamten Ranking. Dass ausgerechnet Stuttgart trotzdem noch dahinter liegt, überrascht: Die Kessellage der Stadt staut die Hitze zusätzlich, und mit nur 1,3 Prozent Wasserfläche fehlt fast jeder natürliche Kühlpuffer.
  • Warme Nächte sind das eigentliche Problem der hinteren Plätze: Während sich der Körper an der Spitze des Rankings nachts spürbar abkühlen kann, bleibt es auf den hinteren Plätzen rund 3 Grad wärmer, sodass wenig Erholung möglich ist.
  • Große Städte schneiden überwiegend schlecht ab: Nur Bremen und Hamburg schaffen es unter den Millionen- und Großstädten über 500.000 EinwohnerInnen weit nach vorn, weil beide kühl und küstennah liegen.
  • Je dichter eine Stadt bebaut ist, desto eher landet sie im hinteren Feld: Frankfurt und Stuttgart zählen zu den am dichtesten besiedelten Städten im Ranking und gleichzeitig zu den am stärksten belasteten.
  • Baden-Württemberg ist das am stärksten betroffene Bundesland: Acht der neun ausgewerteten Städte liegen im hinteren Drittel.
  • Grün und Wasser zahlen sich aus: Städte mit hohem Wasseranteil wie Lübeck oder Bremen liegen fast durchweg in der oberen Hälfte des Rankings.
  • Überraschung im grünen Südwesten: Freiburg im Breisgau gilt als eine der grünsten Städte Deutschlands, landet wegen der Lage im Rheintal aber dennoch unter den heißesten zehn Städten des Rankings.

Ranking: Die drei kühlsten Städte Deutschlands

Platz 1: Lübeck, Schleswig-Holstein

An der Spitze des Rankings steht Lübeck. Die Hansestadt profitiert vor allem von ihrer Lage an Trave und Ostsee: Mit einem Wasseranteil von knapp 14 Prozent hat keine andere der hier vorgestellten Städte einen höheren Anteil an kühlenden Gewässern, beim Schlusslicht Stuttgart sind es rund 90 Prozent weniger. Die Nähe zum Meer sorgt für beständigen Wind, der die Sommerhitze zuverlässig vertreibt. Tagsüber bleibt es in Lübeck rund 2,5 Grad kühler als in Stuttgart, nachts fällt der Unterschied mit gut 3 Grad noch deutlicher aus. Wer die kühlen Sommernächte an der Ostsee bewusst erleben möchte, findet in der Region zahlreiche Thalasso- und Wellnessangebote, die gezielt die frische Meeresluft nutzen. Für Reisende, die dem Hitzestress entkommen wollen, ist Lübeck damit nicht nur das kühlste, sondern auch eines der erholsamsten Ziele im gesamten Ranking.

Platz 2: Bremen, Bremen

Auf Platz zwei folgt Bremen, und hier ist es vor allem das Grün, das den Unterschied macht. Mit einem Grünflächenanteil von gut elf Prozent bietet die Hansestadt rund 70 Prozent mehr Grünfläche als Spitzenreiter Lübeck und schafft sich damit einen wirksamen natürlichen Puffer gegen die Hitze. Tagsüber liegt die gefühlte Temperatur praktisch auf dem Niveau von Lübeck, aber rund 2,7 Grad unter der von Stuttgart. Nachts wird es in Bremen etwas wärmer als in Lübeck, bleibt jedoch weiterhin rund 2,5 Grad kühler als in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs. Auch der Wasseranteil von sieben Prozent, gespeist von der Weser und zahlreichen kleineren Gewässern, trägt zur milden Witterung bei. Selbst als eine der wenigen Großstädte über 500.000 EinwohnerInnen schneidet Bremen hervorragend ab, was zeigt, dass Größe und Hitzebelastung nicht zwangsläufig zusammenhängen. Parks wie der Bürgerpark oder das Ufer am Werdersee bieten an warmen Tagen schattige Rückzugsorte direkt am Wasser.

Platz 3: Kiel, Schleswig-Holstein

Platz drei geht an Kiel. Die Stadt punktet mit der niedrigsten gefühlten Temperatur unter den Top-Plätzen des Rankings: Bei diesem Wert liegt Kiel sogar rund 1 Grad unter dem Spitzenreiter Lübeck und rund 3,5 Grad unter dem von Stuttgart. Verantwortlich dafür ist vor allem die Lage direkt an der Kieler Förde, deren steter Wind vom Wasser die Sommerhitze effektiv vertreibt. Nachts liegt Kiel zwar etwas über dem Wert von Lübeck, aber immer noch rund 2,4 Grad unter dem von Stuttgart. Auch der Grünflächenanteil von knapp elf Prozent, fast 68 Prozent mehr als in Lübeck, unterstützt die gute Platzierung. Entlang der Förde laden zahlreiche Strandpromenaden und Freibäder zum Verweilen ein, während schon die frische Seeluft für sich genommen als wohltuend gilt. Für Menschen mit Kreislaufproblemen ist die Ostseestadt damit ein besonders empfehlenswertes Sommerziel.

Ranking: Die drei heißesten Städte Deutschlands

Platz 79: Stuttgart, Baden-Württemberg

Schlusslicht des Rankings ist Stuttgart. Die Landeshauptstadt liegt in einem ausgeprägten Talkessel, in dem sich warme Luft staut und nachts kaum entweichen kann, was die Situation zusätzlich verschärft. Tagsüber ist es in Stuttgart rund 2,5 Grad wärmer als in der erstplatzierten Stadt Lübeck. Noch deutlicher fällt der Unterschied nachts aus: Die Nächte in Stuttgart bleiben rund 3 Grad wärmer als in Lübeck, sodass sich der Körper schwerer erholen kann. Beim Wasseranteil liegt Stuttgart mit nur 1,3 Prozent rund 90 Prozent unter dem Wert von Lübeck, weshalb der Stadt die natürliche Abkühlung fehlt. Wer in Stuttgart trotzdem kühlen Kopf bewahren will, findet Abkühlung in den Mineral- und Heilbädern der Stadt, welche zu den größten Europas zählen, oder in schattigen Höhenlagen wie dem Killesberg.

Platz 78: Frankfurt am Main, Hessen

Nur knapp vor Stuttgart landet Frankfurt am Main auf Platz 78. Die Mainmetropole erreicht im Sommer-Durchschnitt mit rund 20,5 Grad die höchste gefühlte Temperatur im gesamten Ranking, rund 3,6 Grad mehr als im erstplatzierten Lübeck und sogar noch etwas mehr als im eigentlichen Schlusslicht Stuttgart. Verantwortlich dafür ist die hohe Bebauungsdichte der Bankenstadt, die den städtischen Wärmeinsel-Effekt verstärkt: Beton und Glasfassaden speichern die Hitze bis weit in die Nacht. Etwas Linderung verschafft der Mainuferbereich, wo Wasserfläche und Grünanlagen entlang des Flusses die Luft messbar kühler halten als in der Innenstadt. Auch der Palmengarten mit seinem alten Baumbestand bietet an heißen Tagen Schatten und Ruhe.

Platz 77: Heidelberg, Baden-Württemberg

Auf Platz 77 landet Heidelberg, vor allem wegen des fehlenden Grüns. Mit nur rund 3 Prozent Grünflächenanteil hat die Universitätsstadt gut 52 Prozent weniger Grünfläche als Spitzenreiter Lübeck, der geringste Wert unter den hier vorgestellten Städten. Bei der gefühlten Temperatur liegt Heidelberg mit rund 20 Grad nur knapp hinter Frankfurt und Stuttgart. Die Lage im Neckartal wirkt dabei wie ein Wärmespeicher, die umliegenden Hänge bremsen den nächtlichen Luftaustausch. Interessant ist, dass die Nächte in Heidelberg sogar etwas kühler bleiben als in Stuttgart, die schlechte Platzierung liegt also vor allem an der Tageshitze und dem fehlenden Grün, nicht an den Nächten. Etwas Abkühlung bringt der Neckar selbst, an dessen Ufer die Temperaturen spürbar erträglicher sind als in der historischen Altstadt. Wer der Neckartal-Hitze entkommen möchte, findet in umliegenden, höher gelegenen Kurorten die passende Ergänzung für einen erholsamen Sommer.

Gesamtauswertung der kühlsten und heißesten Städte

Was bei Hitze wirklich hilft

Wer in einer der stark betroffenen Städte lebt, kann mit einfachen Mitteln gegensteuern: Neben ausreichendem Trinken hilft es vor allem, Aktivitäten in die kühlen Morgenstunden zu verlegen. Tagsüber sollten Fenster und Rollläden geschlossen bleiben. Kühlende Anwendungen wie kalte Unterarmbäder oder ein feuchtes Tuch im Nacken entlasten den Kreislauf zusätzlich. Wer kann, sucht Parks, Flussufer oder Freibäder auf und meidet stark versiegelte Plätze in der prallen Sonne. Für ein paar Tage Erholung lohnt sich ein Ausflug in wasser- und grünreiche Regionen wie an die Ostsee oder in den Schwarzwald.

Weitere hilfreiche Maßnahmen gibt in unserem Artikel Tipps gegen Hitze.

Methodik

Für das Hitzestädte-Ranking 2026 hat Fit Reisen 79 deutsche Städte danach ausgewertet, wie stark Menschen dort im Hochsommer von Hitze betroffen sind. Fünf Kennzahlen flossen zu gleichen Teilen in die Bewertung ein: die gefühlte Temperatur, die nächtliche Tiefsttemperatur, die Bevölkerungsdichte sowie die Anteile von Grün- und Wasserflächen. Für jede Kennzahl wurden die 79 Städte in eine Rangfolge gebracht und mit Punkten von 1 bis 79 bewertet, wobei kühlere Werte und höhere Grün- beziehungsweise Wasseranteile mehr Punkte einbrachten. Aus der Summe aller fünf Werte ergab sich die finale Platzierung: Die Stadt mit den meisten Punkten und damit der geringsten Hitzebelastung belegte Platz eins.

Die fünf Bewertungsfaktoren und ihre Relevanz:

  • Gefühlte Temperatur: Sie bildet das Herzstück des Rankings, weil sie misst, wie stark der Körper die Hitze tatsächlich wahrnimmt, und nicht nur, was das Thermometer zeigt. Sie wurde nach der Formel der Apparent Temperature von Steadman aus Lufttemperatur, Wasserdampfdruck und Windgeschwindigkeit berechnet.
  • Nächtliche Tiefsttemperatur: Sie zeigt, ob sich eine Stadt über Nacht erholen kann. Bleibt die Abkühlung aus, leiden Kreislauf und Schlaf, wodurch das gesundheitliche Risiko, besonders für ältere und vorerkrankte Menschen, massiv steigt.
  • Bevölkerungsdichte: Dient als Näherungswert für den städtischen Wärmeinsel-Effekt, da dicht bebaute und asphaltierte Viertel Hitze extrem speichern und schlechter durchlüftet werden.
  • Grünflächenanteil: Vegetation wirkt mildernd, da Pflanzen durch Verdunstung aktiv kühlen und Schatten spenden.
  • Wasserflächenanteil: Wasser erwärmt sich langsamer als bebauter Boden und gibt Wärme verzögert ab. Ein hoher Wasseranteil kann zwar lokal die Luftfeuchtigkeit erhöhen, wirkt insgesamt im Sommer aber überwiegend ausgleichend und kühlend.

Datenbasis und Datenbeschaffung: Grundlage der Analyse waren die Sommermonate Juni bis August der Jahre 2016 bis 2025, also zehn Jahre Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes, kombiniert mit Flächen- und Strukturdaten des Statistischen Bundesamtes mit Stichtag 31. Dezember 2024. Als Klimadatengrundlage diente jeweils die nächstgelegene Wetterstation im Umkreis von 30 Kilometern um das Stadtzentrum. Städte, für die im Umkreis keine Windstation und damit keine gefühlte Temperatur verfügbar war, konnten nicht berücksichtigt werden, das betraf Dortmund.

Hinweis für JournalistInnen: Auf dieser Seite und auch in der folgenden ZIP-Datei weiterführende Daten und Zusatzinformationen, die Sie für Ihre Berichterstattung gerne nutzen und verlinken dürfen. Für weitere Fragen, Materialien oder Zitate steht Ihnen Fit Reisen jederzeit zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie Fit Reisen (www.fitreisen.de) als Quelle nennen, damit die Herkunft der Daten für Ihre LeserInnen nachvollziehbar bleibt.

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