Freibad-Preisindex 2026: Das kostet der Freibad-Besuch in Deutschland
Wenn die Sommerferien beginnen und die Temperaturen nach oben klettern, führt der kürzeste Weg zur Abkühlung oft zum nächstgelegenen Freibad. Ein paar Bahnen im kühlen Wasser, danach eine Runde Dösen auf der schattigen Wiese, und schon ist der heiße Nachmittag gerettet, ohne dass die Urlaubskasse leidet. Gerade für Familien mit Kindern ist der Freibad-Besuch eine der unkompliziertesten und günstigsten Beschäftigungen der Saison.
Welches Bad seine Gäste am meisten begeistert, hat Fit Reisen im Rahmen seines aktuellen Freibad-Rankings bereits ermittelt.
Offen blieb die Frage nach dem Preis. Wie viel kostet der Eintritt eigentlich, und wie stark schwankt er von Stadt zu Stadt? Für den Freibad-Preisindex hat der Gesundheits- und Wellnessreiseveranstalter Fit Reisen eine großangelegte Erhebung durchgeführt. Um einen bundesweiten Überblick zu gewinnen, wurden die Eintrittspreise öffentlicher Freibäder in den 80 größten deutschen Städten ausgewertet.
Key-Findings
- Bundesschnitt bei 5,55 Euro: Eine reguläre Tageskarte für Erwachsene kostet im Schnitt 5,55 Euro. Der Median liegt bei 5,00 Euro, was zeigt, dass vor allem einige teure Ausreißer den Schnitt nach oben treiben.
- Aachen schwimmt am günstigsten: Mit 2,30 Euro für die Tageskarte ist die Kaiserstadt bundesweit Spitzenreiter.
- Fast das Siebenfache zwischen günstigster und teuerster Stadt: Aachen verlangt mit 2,30 Euro am wenigsten, Herne mit 15,75 Euro am meisten. Das entspricht dem 6,8-Fachen.
- Die teuerste Stadt liegt in keiner Metropole: Statt einer Großstadt führt mit Herne (15,75 Euro) eine Ruhrgebietsstadt die teure Seite an, rund fünf Euro vor Oberhausen (10,75 Euro).
- Die großen Vier zahlen drauf: Köln (9,61 Euro), Berlin (6,61 Euro), München (6,30 Euro) und Hamburg (5,98 Euro) liegen allesamt über dem Bundesschnitt. Frankfurt (5,00 Euro) und Stuttgart (5,38 Euro) bleiben näher am Mittel.
- Nordrhein-Westfalen im Spagat: Das Land stellt mit Aachen, Recklinghausen und Hamm drei der vier günstigsten Städte, zugleich aber mit Herne, Oberhausen und Köln die teuersten.
Das kostet der Freibad-Eintritt in deutschen Großstädten
Über alle untersuchten Städte hinweg kostet eine reguläre Tageskarte für Erwachsene im Schnitt 5,55 Euro. Damit ist das Freibad im Vergleich zu anderen typischen Ausflugszielen eine günstige Option für Familien. So schlug ein Kinobesuch 2025 laut der SPIO mit durchschnittlich 10,05 Euro zu Buche, fast doppelt so viel. Noch größer wird der Abstand bei den Klassikern des Familienausflugs. In Deutschlands bekanntesten Tierparks zahlen Erwachsene reguläre Eintrittspreise von 25 Euro im Zoo Berlin (Quelle: zoo-berlin.de) bis 29 Euro im Tierpark Hagenbeck in Hamburg (Quelle: hagenbeck.de). Noch tiefer in die Tasche greifen müssen Freizeitpark-BesucherInnen: Für eine vierköpfige Familie werden hier schnell dreistellige Beträge fällig. Gegenüber diesen Summen bleibt das Freibad für die meisten Familien eine preiswerte Eintrittskarte in den Sommer.
Die Top 3 günstigsten Freibad-Städte
Platz 1: Aachen – durchschnittlich 2,30 Euro
Am westlichen Rand der Republik schwimmt die Kaiserstadt Aachen allen davon. Mit durchschnittlich 2,30 Euro für die Tageskarte ist sie die günstigste Freibad-Stadt des Landes und liegt mehr als drei Euro unter dem Bundesschnitt. Anders als viele größere Städte verfügt Aachen nur über ein einziges öffentliches Freibad, das kürzlich sanierte Freibad Hangeweiher im Süden der Stadt. Wer die berühmten Printen und den Aachener Dom mit einer Runde Schwimmen verbinden möchte, zahlt hier weniger als mancherorts für eine Kugel Eis.
Platz 2: Augsburg – durchschnittlich 3,38 Euro
In Bayern reicht keine Stadt an Augsburg heran, wenn es ums günstige Baden geht. Die Fuggerstadt, deren jahrhundertealtes Wassersystem heute zum UNESCO-Welterbe zählt, kommt über ihre vier öffentlichen Freibäder auf einen Schnitt von 3,38 Euro. Möglich macht das eine Besonderheit: Das Freibad Lechhausen ist seit 1988 eintrittsfrei und drückt den Durchschnitt der Stadt spürbar nach unten, während das Familienbad am Plärrer, das Fribbe und das Bärenkeller-Bad je 4,50 Euro kosten. So landet die drittgrößte Stadt Bayerns ganz vorne unter den günstigen Adressen.
Platz 3: Recklinghausen – durchschnittlich 3,40 Euro
Nur zwei Cent teurer als Augsburg positioniert sich Recklinghausen auf dem dritten Rang der günstigen Städte. Die Stadt am Nordrand des Ruhrgebiets, bekannt für die alljährlichen Ruhrfestspiele, bringt ihre drei Freibäder auf einen Schnitt von 3,40 Euro und bleibt damit gut zwei Euro unter dem Bundesmittel. Am günstigsten taucht man im Naturfreibad Suderwich ab, das für 3,20 Euro Eintritt gewährt. Das Freibad Mollbeck und das Südbad verlangen je 3,50 Euro. Dass ausgerechnet das Ruhrgebiet die günstige Spitze mitprägt, ist eine der Überraschungen des Index, denn dieselbe Region stellt zugleich die teuersten Städte.
Die Top 3 teuersten Freibad-Städte
Platz 1 der teuersten Städte: Herne – durchschnittlich 15,75 Euro
An der Spitze der teuersten Städte steht mit Herne ausgerechnet eine weitere Ruhrgebietsstadt. Der Durchschnitt von 15,75 Euro liegt fast das Dreifache über dem Bundesmittel, geht aber vor allem auf ein großes Bad mit Thermen- und Wellnessbereich zurück, dessen Tageskarte weit mehr umfasst als das reine Schwimmen. Wer in Herne einfach nur einen klassischen Freibadtag sucht, ist im Südpool Herne für 7,00 Euro deutlich günstiger unterwegs. Für einen klassischen Freibad-Nachmittag mit der Familie ist Herne damit rechnerisch die teuerste Adresse des Index, auch wenn der einzelne Sprung ins Becken je nach gewähltem Bad sehr unterschiedlich ausfällt.
Platz 2 der teuersten Städte: Oberhausen – durchschnittlich 10,75 Euro
Auf dem zweiten Platz der teuersten Städte landet mit Oberhausen der nächste Revier-Vertreter. Die Stadt, deren Gasometer als Wahrzeichen weithin über dem Ruhrgebiet aufragt, kommt auf einen Schnitt von 10,75 Euro. Auch hier hebt ein großes Erlebnisbad mit Wellnessbereich den Wert, während das Vonderort Freibad mit 6,50 Euro einen ganz normalen Badetag zu einem moderaten Preis bietet. Die Spanne innerhalb der Stadt ist also beträchtlich, je nachdem, ob man Rutschen und Sauna oder einfach nur ein Becken sucht.
Platz 3 der teuersten Städte: Köln – durchschnittlich 9,61 Euro
Als teuerste der großen Metropolen im Index reiht sich Köln mit 9,61 Euro ein, rund vier Euro über dem Bundesschnitt. In der Millionenstadt am Rhein treibt vor allem ein privates Freizeitbad mit umfangreichem Rutschen- und Wellnessangebot den Durchschnitt nach oben, während die städtischen KölnBäder mit rund 6,90 Euro deutlich moderater kalkulieren. Für Kölner Familien heißt das, dass der Preis für den Badetag stark davon abhängt, ob es das kommunale Freibad oder das große Erlebnisbad sein soll. Unter den vier größten Städten Deutschlands ist die Domstadt damit die teuerste Freibad-Adresse, noch vor Berlin, München und Hamburg.
Gesamtauswertung der Freibadpreise nach Stadt
Tabelle der durchschnittlichen Freibadpreise
Bundesländer-Vergleich: Nordrhein-Westfalen prägt den Schnitt
Weil Nordrhein-Westfalen mit 29 der 77 gewerteten Städte den Löwenanteil der Stichprobe stellt, prägt das Land das Bild besonders stark. Sein Schnitt von 5,86 Euro liegt leicht über dem Bundesmittel, und zugleich vereint das Land die günstigsten wie die teuersten Städte des Index. Am preiswertesten baden Freibad-BesucherInnen gemessen am Landesschnitt in Rheinland-Pfalz (4,72 Euro) und Niedersachsen (4,86 Euro). Höhere Werte zeigen sich in Sachsen-Anhalt (7,00 Euro) sowie in den Stadtstaaten Berlin (6,61 Euro) und Hamburg (5,98 Euro). Gängige Klischees bestätigt der Vergleich nicht: Der Süden ist nicht durchgängig teuer, der Osten nicht durchgängig günstig. Die Spanne hängt weniger vom Bundesland als von der jeweiligen Stadt ab.
Gesamtauswertung der Freibadpreise in NRW nach Stadt
Tabelle der durchschnittlichen Freibadpreise in NRW
Karte der Freibadpreise in deutschen Städten
Methodik
Für den Freibadpreis-Index hat Fit Reisen die Eintrittspreise öffentlicher Freibäder den 80 größten deutschen Städte erhoben. In 77 davon ließ sich mindestens ein qualifiziertes Bad mit regulärem Tageskartenpreis ermitteln. Erfasst wurde jeweils der Preis einer regulären Tageskarte für Erwachsene. Datengrundlage waren die offiziellen Angaben der Städte und Bäderbetriebe. Berücksichtigt wurden ausschließlich öffentlich zugängliche Freibäder mit regulärem Tageskartentarif. Nicht einbezogen wurden reine Hallen- und Thermalbäder, Strand- und Naturbäder ohne festen Eintrittstarif, reine Vereinsanlagen sowie dauerhaft geschlossene Anlagen. Bot eine Stadt mehrere Freibäder, wurde aus deren Tageskartenpreisen ein Durchschnittswert je Stadt gebildet; kostenlose Freibäder flossen mit 0,00 Euro in den Schnitt ein. Erreichten zwei Städte denselben Durchschnittspreis, wurde die Stadt mit der höheren Anzahl qualifizierter Freibäder günstiger platziert. Stichtag der Erhebung war der 30. Juni 2026.
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