Vedische Astrologie – Die 12 Indischen Sternzeichen
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- Veröffentlichungsdatum:
- 11.12.2025
- Aktualisiert:
- 11.12.2025
- Lesezeit:
- 8 Minuten
Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, ist der ideale Zeitpunkt, Vergangenes Revue passieren zu lassen und neue Ziele für das kommende Jahr zu setzen. Das Lesen von Horoskopen ist dabei für viele zu einem festen Ritual geworden, um herauszufinden, welche persönlichen Chancen und Herausforderungen das neue Jahr mit sich bringen könnte.
Neben unserer "westlichen" Astrologie, die sich ihren Schwerpunkt auf die Sonne legt, richtet die aus Indien stammende vedische Astrologie ihren Blick gen Mond.
In diesem Artikel erfahren Sie, was die vedische Astrologie ausmacht, in welchen Punkten sie sich von der westlichen Astrologie unterscheidet, welche indischen Sternzeichen es gibt und wie man ein vedisches Horoskop berechnet.
Definition: Was ist die vedische Astrologie?
Die vedische Astrologie, im Sanskrit auch Jyotisha (= die Wissenschaft des Lichts) genannt, ist eine aus dem alten Indien stammende Lehre, in der es um die Deutung der Stellung bestimmter Himmelskörper geht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Bewegungen von Mond, Planeten und Sternbildern auf das Leben der Menschen, die Persönlichkeit und den Lebensweg auswirken.
Zentrales Konzept für Jyotish ist das Karma: Handlungen früherer Leben formen nach diesem Verständnis unsere gegenwärtige Realität. Die vedische Astrologie bietet Möglichkeiten zum Ausgleich des Karmas, Linderung daraus entstehender Leiden sowie Förderung von Wachstum.
Jyotish gilt dabei als Schwesternwissenschaft des Ayurveda, die einander ergänzen: Die vedische Astrologie gibt Aufschluss über den Lebensweg, während Ayurveda praktische Anleitungen für Gesundheit, Ernährung und Lebensstil bietet, um Körper, Geist und Seele ins Gleichgewicht zu bringen.
Historischer Ursprung: Woher stammt die vedische Astrologie?
Die vedische Astrologie entstand vor über 3.000 Jahren in Indien. Ihre Ursprünge sind eng mit den Veden verbunden, den ältesten heiligen Schriften des Hinduismus.
Schon früh galt die Himmelsbeobachtung als Schlüssel, um natürliche Zyklen, Jahreszeiten, Rituale und menschliche Lebensphasen besser zu verstehen. Die Gelehrten jener Zeit sahen den Himmel als ein lebendiges Gefüge, dessen Bewegungen Rückschlüsse auf persönliche und kollektive Entwicklungen ermöglichen.
Über die Jahrhunderte hinweg wurde das astrologische Wissen immer weiter verfeinert. Besonders prägend waren die Arbeiten klassischer indischer Astrologen wie Parashara, Varahamihira oder Jaimini, deren Schriften bis heute Grundlagen der astrologischen Praxis darstellen.
Im Laufe der Zeit verbreitete sich die vedische Astrologie in verschiedenen Regionen Südasiens, blieb dabei jedoch stets eng mit der spirituellen Philosophie Indiens verbunden. Früher wie heute wird Jyotisha in Indien dazu genutzt, den idealen Zeitpunkt für ein Ritual oder ein Opfer festzulegen. Auch Hochzeiten, medikamentöse Behandlungen und Namensgebungen erfolgen oft erst nach einem Blick in die Sterne.
Wie unterschieden sich indische Astrologie und „westliche“ Astrologie?
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick
Mondastrologie vs. Sonnenastrologie
Ein wichtiger Unterschied zwischen dem indischen und dem westlichen System ist die größere Bedeutung des Mondes im indischen System. Der Mond gilt als Vermittler, der uns erlaubt, die auf die Erde einströmenden kosmischen Kräfte zu erfassen. Davon ausgehend wird die vedische Astrologie als Mondastrologie kategorisiert, im Gegensatz zur westlichen, die als Sonnenastrologie bezeichnet wird.
Die indische Astrologie beobachtet besonders den Stand des Mondes im Tierkreis. Sie unterteilt die 360 Grad in 27 Mondhäuser (Nakshatras) und jedes Nakshatra wird zudem in vier gleich große Abschnitte (Nakshatra Pada) unterteilt. Jedes Nakshatra Pada hat seine eigene Bedeutung für die Interpretation, sodass feine Unterschiede auch innerhalb der Tierkreiszeichen hinsichtlich Persönlichkeit, Beziehungsthemen und Lebensaufgaben sichtbar gemacht werden können.
Siderischer vs. tropischer Tierkreis
Neben dem unterschiedlichen Fokus auf Sonne und Mond verwenden die beiden astrologischen Systeme auch verschiedene Tierkreise. Die westliche Astrologie arbeitet mit dem tropischen Tierkreis, der sich an den Jahreszeiten orientiert. Er beginnt jedes Jahr neu mit der Frühlings-Tagundnachtgleiche bei 0° Widder.
Die vedische Astrologie nutzt hingegen den siderischen Tierkreis, der sich an den tatsächlichen Sternbildern am Himmel ausrichtet. Dieser berücksichtigt die sogenannte Präzession der Erdachse, also die langsame Verschiebung der Sternbilder (Rashis). Somit wandern sie mit diesen mit und verändern sich etwa alle zehn Jahre. Deshalb können Beginn und Ende der jeweiligen Sternzeichen auch um zwei Tage variieren und lassen sich nicht präzise mit einem festen Datum bestimmen.
Persönlichkeit vs. Karma und Lebensweg
Während die westliche Astrologie heute häufig einen psychologischen Ansatz verfolgt und den Blick vor allem auf Persönlichkeitsstrukturen, innere Muster und emotionale Potenziale richtet, verfolgt die vedische Astrologie einen anderen Schwerpunkt. Im Jyotish stehen weniger die psychologischen Facetten eines Menschen im Vordergrund, sondern vielmehr die Fragen nach Karma, also den mitgebrachten Lebensthemen, sowie dem Dharma, der individuellen Lebensaufgabe. Zudem legt die vedische Astrologie großen Wert auf das Erkennen von konkreten Lebensphasen und Wendepunkten. Sie beschreibt nicht nur, wer Sie sind, sondern auch wann bestimmte Entwicklungen aktiv werden und wie Sie Ihren Lebensweg stimmiger gestalten können.
Indische Sternzeichen (Rashi): Die 12 vedischen Tierkreiszeichen
Wie in der westlichen Astrologie gibt es auch in der vedischen Astrologie zwölf Tierkreiszeichen, die sogenannten Rashi. Sie bilden die Grundlage des Horoskops und geben erste Hinweise auf Charakter, Lebensenergie und individuelle Ausdrucksformen. Da die vedische Astrologie jedoch mit dem siderischen Tierkreis arbeitet, verschieben sich die Zeiträume der Zeichen, sodass das indische Sternzeichen sich häufig vom westlichen Sternzeichen unterscheidet.
In der vedischen Astrologie dienen Tierkreiszeichen weniger als "Sternbild-Schubladen", sondern vielmehr als energetische Felder, die durch den Einfluss der Planeten, der Häuser und der Mondhäuser weiter ausdifferenziert werden. Erst im Zusammenspiel all dieser Faktoren entfaltet sich das vollständige Bild des persönlichen Horoskops.
Die indischen Sternzeichen:
- (14.04.-14.05.26) Mesha - Widder: Energie, Mut, Neubeginn
- (15.05.-14.06.26) Vrishabha - Stier: Stabilität, Sinnlichkeit, Erdung
- (15.06.-15.07.26) Mithuna - Zwillinge: Kommunikation, Neugier, Austausch
- (16.07.-16.08.26) Karka - Krebs: Emotion, Fürsorge, Intuition
- (17.08.-16.09.26) Simha - Löwe: Ausdruckskraft, Kreativität, Selbstbewusstsein
- (17.09.-16.10.26) Kanya - Jungfrau: Analyse, Ordnung, Hingabe
- (17.10.-15.11.26) Tula - Waage: Harmonie, Ausgleich, Beziehungen
- (16.11.-15.12.26) Vrishchika - Skorpion: Transformation, Intensität, Tiefe
- (16.12.-31.12.26 & 01.01.-13.01.26) Dhanu - Schütze: Weisheit, Freiheit, Weitblick
(Hinweis: Der Schütze-Zeitraum teilt sich aufgrund des Jahreswechsels in zwei Abschnitte.) - (14.01.-12.02.26) Makara - Steinbock: Verantwortung, Struktur, Ausdauer
- (13.02.-14.03.26) Kumbha - Wassermann: Innovation, Unabhängigkeit, Vision
- (15.03.-13.04.26) Meena - Fische: Mitgefühl, Spiritualität, Sensibilität
Vedisches Horoskop berechnen & deuten – So funktioniert es
Um ein vedisches Horoskop, auch Kundali genannt, korrekt zu berechnen, werden drei Angaben benötigt:
- Geburtsdatum
- Geburtsort
- exakte Geburtszeit
Schon kleine Abweichungen bei der Uhrzeit können zu einem anderen Aszendenten oder anderen Häuserpositionen führen und die Interpretation spürbar verändern.
- Berechnung mit dem siderischen Tierkreis: Im ersten Schritt werden die Planetenpositionen anhand des siderischen Tierkreises ermittelt.
- Berechnung des Aszententen (Lagna): Anschließend wird der Aszendent, also das Sternzeichen, das zum Zeitpunkt Ihrer Geburt im Osten aufging, berechnet. Er gilt im Jyotish als eines der zentralen Elemente überhaupt, denn er gibt Aufschluss über Ihr Auftreten, Handeln, welche Themen Ihr Lebensweg bereithält und darüber, wie Sie Entscheidungen treffen.
- Berechnung des Mondzeichens und des Nakshatras: Die Berechnung des Mondzeichens sowie des Nakshatras geben tiefe Einblicke in emotionale Bedürfnisse, mentale Stabilität, Beziehungsmuster und innere Motivation.
- Berechnung der Planetenposition innerhalb der zwölf Häuser: Wie in der westlichen Astrologie gliedert auch Jyotish das Horoskop in zwölf Häuser, die unterschiedliche Lebensbereiche repräsentieren - etwa Beziehungen, Beruf, Kreativität, Finanzen oder Spiritualität. Die Position der Planeten in diesen Häusern zeigt, welche Lebensfelder besonders aktiv, unterstützend oder herausfordernd sind.
- Berechnung der Dashas Dashas: Ein einzigartiges Merkmal der vedischen Astrologie ist das System der Dashas - Zeitzyklen, die anzeigen, welche planetaren Energien Sie in unterschiedlichen Lebensphasen begleiten. Die bekannteste Methode ist das Vimshottari-Dasha-System, das den Lebensweg in Abschnitte unterteilt, die jeweils von einem bestimmten Planeten regiert werden.
Fazit: Vedische Astrologie als Wegweiser für Klarheit und Selbsterkenntnis
Die vedische Astrologie unterscheidet sich in mehreren grundlegenden Aspekten von der westlichen Astrologie. Während das westliche System primär mit dem tropischen Tierkreis und dem Fokus auf die Sonne arbeitet, nutzt das vedische System den siderischen Tierkreis und legt besonderen Wert auf den Mond sowie die 27 Mondhäuser. Diese Unterschiede führen dazu, dass sich die Tierkreiszeichen in beiden Traditionen zeitlich verschieben können.
Die zwölf vedischen Sternzeichen bilden die Basis des Horoskops, werden jedoch durch weitere Faktoren wie Mondzeichen, Aszendent, Häuser und Nakshatras ergänzt, sodass ein präzises Bild des eigenen Lebensweges gezeichnet werden kann.
Ob Sie Ihr indisches Sternzeichen kennenlernen, ein Horoskop für das kommende Jahr erstellen lassen oder sich intensiver mit Ihrem persönlichen Karma auseinandersetzen möchten - Jyotish kann Ihnen dabei helfen, Zusammenhänge klarer zu erkennen und kommende Lebensphasen bewusster zu gestalten.
Über die Autorin
Natalie Raasch
Natalie ist unsere Wellbeing-Expertin. Ob Wellness, Yoga, Diäten, Ernährungstrends oder Home-Workouts – sie weiß, was wirklich guttut und verpackt es durch ihr Germanistik-Studium in schönste Blog-Artikel.
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