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Gemüse Fermentieren

Gemüse Fermentieren – Mein Essen lebt!

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  3. Gemüse Fermentieren – Mein Essen lebt!
Veröffentlichungsdatum:
14.12.2020
Aktualisiert:
11.11.2025
Lesezeit:
3 Minuten

Sauer macht lustig, ist gesund und nachhaltig

Aus Weißkohl wird Sauerkraut, aus Chinakohl Kimchi. Milch wird zu Joghurt und ein seltsam aussehender Pilz zaubert ein erfrischendes, leicht alkoholisches Getränk. Willkommen in der Welt der Fermentation!

In diesem Beitrag erfahren Sie alles über das Fermentieren und seine Vorteile für Gesundheit und Umwelt. Außerdem zeigen wir Ihnen zwei Rezepte, mit denen Sie Gemüse ganz leicht selbst fermentieren können.

Definition·Geschichte·Beliebte fermentierte Lebensmittel und ihre Herkunft·Vorteile der Fermentierung·Gesundheitsnutzen·Regionalität & Nachhaltigkeit·Bewusstsein·Vorbereitung·Verwendung·Einsteiger-Rezepte·Rezept 1: Fermentierte Ingwer-Karotten·Rezept 2: Koreanisches Kimchi

Definition: Was ist eigentlich Fermentation?

Bei der Fermentation oder Fermentierung handelt es sich um einen natürlichen Gärungsprozess, der beispielsweise durch Bakterien ausgelöst werden kann. Es gibt jedoch auch Fermentationsprozesse, die unter Zugabe von Pilzen oder Enzymen ablaufen. Die Mikroorganismen vermehren sich und wandeln die Inhaltsstoffe der Lebensmittel um, weshalb auch von mikrobieller Umwandlung die Rede ist. Je nach Art werden bei der Fermentation Milchsäure, Essigsäure, Kohlendioxid oder Alkohol freigesetzt, die für den typischen fermentierten Geschmack sorgen. Darüber hinaus können sich neben Geschmack und Geruch auch Optik und Textur verändern.

Da die meisten Fermentationsprozesse mithilfe von Milchsäurebakterien angestoßen werden, die natürlich auf Lebensmitteln wie Bio-Gemüse vorkommen, spricht man in diesem Zusammenhang auch vom "milchsauren Einlegen". Der Prozess funktioniert nur unter Ausschluss von Sauerstoff, da sonst unerwünschte Mikroorganismen an das Ferment gelangen könnten. Beachtet man einige Tricks, lässt sich fast jede Gemüsesorte - und übrigens auch Obst - milchsauer einlegen und auf diese Weise sehr lange haltbar machen.

Seit wann werden Lebensmittel fermentiert?

Fermentieren liegt momentan voll im Trend. Vielleicht weil Nachhaltigkeit für viele immer wichtiger wird, oder weil wir mehr Zeit zu Hause verbringen und Neues ausprobieren wollen. Dennoch ist die Fermentation von Lebensmitteln keine neue Erscheinung. Vor allem zu Konservierungszwecken fermentieren die Menschen schon seit Jahrtausenden - und zwar von Korea bis nach Deutschland.

Einmal um die Welt – Beliebte fermentierte Lebensmittel und ihre Herkunft

Hier findest Du eine Liste an fermentierten Lebensmitteln, die große Beliebtheit genießen:

  • 1. Joghurt (Zentralasien)
  • 2. Kefir (Kaukasus)
  • 3. Kimchi (Korea)
  • 4. Kombucha (Ostasien, Japan oder China)
  • 5. Misopaste (Japan)
  • 6. Sauerkraut (Deutschland)
  • 7. Sauerteig (Herkunft unklar)
  • 8. Schokolade (Mittelamerika)
  • 9. Sojasauce (China)
  • 10. Tempeh (Indonesien)
  • 11. Wasserkefir (Mexiko)

Welche Vorteile hat die Fermentierung?

Warum wird eigentlich fermentiert? Das Fermentieren von Lebensmitteln hat weitaus mehr Vorteile, als man zu Beginn denken könnte. Nicht nur haben fermentierte Lebensmittel einen positiven Einfluss auf unsere Darmgesundheit, sie sind gewissermaßen auch nachhaltiger als andere Lebensmittel.

Gesundheitsnutzen: Fermentierte Lebensmittel und unsere Darmflora

Was alle fermentierten Lebensmittel von Getränken über frisches fermentiertes Gemüse gemein haben, ist ihr Mikrobenreichtum. Mikrobenreiche Nahrung sorgt bei uns für eine diversifiziertere Darmflora und folglich für einen gesünderen Darm.

Ist der Darm gesund, haben schädliche Bakterien, Pilze, Verdauungsstörungen und chronische Krankheiten kaum eine Chance. Und je vielfältiger unser Darmmikrobiom ist, desto besser funktioniert im Allgemeinen das Immunsystem.

Vorsicht: Menschen mit einer Histamintoleranz müssen meist leider auf fermentiertes Gemüse verzichten. Wasserkefir und Kombucha sind jedoch kein Problem. Sie können sogar helfen, die allergischen Symptome einer Histaminintoleranz zu lindern.

Regionalität & Nachhaltigkeit: Fermentierte Lebensmittel und die Umwelt

Zwei weitere große Vorteile sind:

  • Beim Fermentieren werden in der Regel regionale Produkte verwendet, vor allem beim Fermentieren von Gemüse in den eigenen vier Wänden.
  • Außerdem ist Einmachen eine effektive Methode gegen Lebensmittelverschwendung. Wenn Sie Ihre Gemüse-Vorräte nicht rechtzeitig aufbrauchen können, bevor sie verderben, heißt es: Ran an die Salzlake und Fermentieren!

Bewusstsein: Fermentierte Lebensmittel und unser Bezug zum Essen

Wer Gemüse selbst fermentiert, entwickelt gewissermaßen auch eine andere Einstellung zum Essen. Sei es durch die Zeit, die Sie in der Küche verbringen, die bewusste Auseinandersetzung mit dem Fermentierungsprozess oder einfach durch die Vorfreude auf das selbst und mit Liebe hergestellte Produkt.

Was braucht man zum Fermentieren von Gemüse?

Wer regelmäßig Gemüse einlegen und fermentieren möchte, sollte sich eine Grundausstattung für die Fermentation zulegen.

Zum Fermentieren benötigen Sie:

  • 1. Glasgefäße mit Deckeln, alternativ ein Tontopf. Der Vorteil beim Glas: Du hast Dein Gemüse im Blick, wenn es anfängt zu toben.
  • 2. Frisches Gemüse Deiner Wahl. Als Gemüsesorten eignen sich Karotten, Kohl, Rote Beete, Radieschen, Brokkoli, Fenchel, u.v.m.
  • 3. Gewichte zum Beschweren, aus Glas oder Stein
  • 4. Einen Stößel oder Löffel
  • 5. Salz ohne Zusatzstoffe. Jod oder Fluorid im Salz behindern die Gärung. Grobes Meersalz sowie Steinsalz eignen sich am besten.

Wie kann man fermentiertes Gemüse verwenden?

Das fermentierte Gemüse können Sie entweder als Beilage, im Salat oder einfach pur genießen. Fermentiertes Gemüse eignet sich übrigens auch hervorragend als persönliche Geschenkidee aus der Küche, mit der Sie Ihren Lieben eine Freude bereiten können.

Einsteiger-Rezepte: Gemüse einfach selber einlegen

Abschließend geben wir Dir noch zwei einfache Rezepte mit auf den Weg.

Rezept 1: Fermentierte Ingwer-Karotten

  • 1. Zunächst schneidest Du etwa 300 Gramm Möhren in dünne Scheiben oder Stifte.
  • 2. Dann 1-2 Zwiebeln würfeln und ein Stück Ingwer in dünne Scheiben schneiden.
  • 3. Als nächstes löst Du 1 EL Salz (Meer- oder Steinsalz) in einem halben Liter Wasser auf.
  • 4. Das Gemüse in ein abgekochtes Glas füllen, die Salzlake dazugeben und alles luftdicht verschließen. Ab jetzt übernehmen die Milchsäurebakterien die Arbeit. Nach 5-7 Tagen sollte Dein Ferment schon anders schmecken.
  • 5. Im Kühlschrank aufbewahren und genießen.

Rezept 2: Koreanisches Kimchi

  • 1. Schneide zunächst einen ganzen Chinakohl, 2-3 Möhren, ein Stück Rettich und gerne auch Frühlingszwiebeln in kleine Stücke.
  • 2. Als nächstes kommt die Salzlake. Wiege dafür Dein Gemüse und multipliziere das Gewicht mit 0,02. So errechnest Du die benötigte Menge Salz.
  • 3. Gebe nun den Kohl und das andere Gemüse in eine große Schüssel und knete das Salz unter, bis Flüssigkeit austritt.
  • 4. Nun pürierst Du 4 Knoblauchzehen, eine ordentliche Portion Ingwer, Chili und Sojasauce mit ein wenig Wasser.
  • 5. Alles vermischen und in ein steriles Gefäß füllen. Bevor Du das Glas verschließt, musst Du sichergehen, dass das gesamte Gemüse mit der Salz-Paste bedeckt ist. Zum Beschweren kannst Du auch einen Stein benutzen.
  • 6. Deckel drauf und etwa 7 Tage bei Raumtemperatur stehen lassen. Danach wandert das Ferment in den Kühlschrank und gärt dort weiter vor sich hin.
  • 7. Nach 2-3 Wochen sollte sich der typische Fermentationsgeschmack durch die Milchsäurebakterien gebildet haben. Dein Kimchi hält sich nun mehrere Monate und wird wahrscheinlich mit der Zeit noch intensiver.

Viel Spaß beim Fermentieren!

Über die Autorin

Fit Reisen Redaktion

Die Fit Reisen Redaktion vereint Expert:innen aus den Bereichen Gesundheit, Wellness und Reisen. Mit Leidenschaft für ganzheitliches Wohlbefinden und fundiertem Fachwissen recherchieren und schreiben wir über aktuelle Trends, inspirierende Reiseziele und wirkungsvolle Gesundheitsprogramme weltweit.

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