Naturhighlights Israel

Imposante Natur am Toten Meer

Ein Gedi, die Negev-Wüste und die Arava-Ebene

Imposante Naturschauspiele am Toten Meer

Das Tote Meer ist ein Paradies für Klimakuren, doch auch Naturliebhaber kommen voll auf Ihre Kosten. Wir haben für Sie drei tolle Reisetipps zusammengestellt, mit denen Sie Ihren Kuraufenthalt um faszienierende Begegnungen mit Land und Leuten erweitern können.

Ein Gedi: Wohnen mitten im Botanischen Garten

Für die Gäste des Ein Gedi Kibbuz Hotel ist es eine einzigartige Erfahrung: großzügige Zimmer, Wellness-Spa, kostenloser Shuttle zum Toten Meer, Laufdistanz zum Naturpark Nachal David, Blick auf den Arugot-Fluss. Und ein Botanischer Garten – der einzige weltweit, in dem Menschen wohnen. Seit Gründung des Kibbuz 1956 haben seine Bewohner hier tropische Gewächse gepflanzt. Jedes Jahr kamen neue hinzu – Palmen, Kakteen, Moringa, Tamarisken, Gruyya, Zamia, Papaya, Baobab-Bäume. Mani Gal kennt sie alle. Er war fast von Anfang an dabei. Als Kibbuzmitglied dokumentiert er seit 1966 den Aufbau des Botanischen Gartens Ein Gedi. „Der Garten begann nicht etwa als Vision oder gezieltes Projekt“, sagt er. „Das hat sich einfach so ergeben. Wir wollten den Ort begrünen, damit die Menschen sich hier in der Wüste zu Hause fühlen“, erzählt Mani, der im Garten die Aktivitäten organisiert. Die trockene Luft, 330 Sonnentage im Jahr und das hochwertige Quellwasser kamen den tropischen Pflanzen zugute, zusätzlich zur liebevollen Pflege der Gärtner. Innerhalb weniger Jahre schufen sie inmitten der Wüste aus dem Nichts einen ganz besonderen Ort. Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Status des Botanischen Gartens auch offiziell anerkannt. Heute wachsen hier rund 900 verschiedene Pflanzen, die sonst eher in Madagaskar, Brasilien oder Florida zu Hause sind. Hauptattraktion sind zweifellos die Baobabs – in ganz Israel wachsen sie nur hier. Die afrikanischen Mammutbäume sind zwar nur 50 Jahre alt, gehen aber glatt für 300 Jahre durch. Dass Mani täglich Besuchergruppen durch den Garten schleust, vorbei an den Wohnzimmern der Kibbuz- Bewohner, finden hier alle völlig normal. Besuch, der die tropische Pracht zu schätzen weiß, ist immer willkommen. „Schon vor 2000 Jahren pflanzten Juden in dieser Gegend Weihrauch, Henna und Myrrhe. Für viele Besucher ist das neu.“ Manis Augen beginnen zu leuchten. Denn die Gewürze, die Händler über die antiken Routen aus dem Jemen hierherbrachten, erzählt er, wurden damals auch in Ein Gedi und Jericho angebaut. „Die Herrscher mussten mitunter monatelang auf die Karawanen warten, da ‚fiel‘ eben das eine oder andere Weihrauchpflänzchen vom Kamel“, erzählt Mani augenzwinkernd. „500 Jahre lang kultivierte man hier diese Gewürze. An diese biblische Tradition knüpfen wir nun an“, erklärt Mani stolz. Einer von vielen Gründen, durch den Botanischen Garten zu spazieren. „Oase in der Oase“, „Garten Eden“, „exotisches Paradies“ – entzückte Kommentare wie diese hört der Gartenmanager oft. Neben den wiederbelebten Gewürztraditionen gelten sie vor allem den Baobabs, der erfrischenden Kühle und den umwerfenden Kontrasten zwischen dem Rotbraun der Felsen und der Blütenpracht in Grün, Blau und Rot. Dennoch – der Botanische Garten Ein Gedi gilt noch immer als Geheimtipp. Doch das könnte sich bald ändern. Denn durch Facebook, Blogs, Aktivitäten, Ausstellungen und ein Besucherzentrum will Mani die „Oase in der Oase“ bekannter machen. Dazu sollen auch wissenschaftliche Projekte beitragen, die der Mittsechziger mittlerweile angekurbelt hat: zur Herstellung von Parfum und zur medizinischen Nutzung von Heilpflanzen. Derweil genießen Gäste des Ein Gedi Kibbuz Hotel auch weiterhin den Luxus, inmitten tropischer Pflanzen zu wohnen.

Negev-Wüste: Blühende Landschaften

Südwestlich vom Toten Meer beginnt die Negev-Wüste. Von Ein Bokek aus gewinnen wir rasch an Höhe. Kurvige Straßen führen am großen und kleinen Krater vorbei, zwei von drei Erosionskratern im Negev. Der dritte und größte von ihnen, der Ramon- Krater, liegt in Mitzpe Ramon – etwa eine Stunde Fahrt von hier. Auf dem Weg dorthin steuern wir die Route 40 an. Früher gehörte sie zu den ältesten Handelsrouten der Welt. Karawanen brachten auf der einstigen antiken Wein- und Gewürzstraße Parfum und Gewürze aus dem Jemen in die Mittelmeer-Häfen. Nach Staatsgründung Israels 1948 bepflanzten Pioniere die trockene Einöde. Die Vision von Staatsgründer Ben Gurion – „die Wüste zum Blühen zu bringen“ – erlebt neuen Aufschwung. Denn seit 20 Jahren wohnen in der dünn besiedelten Region, die immerhin mehr als die Hälfte des Landes bedeckt, neue Visionäre. Ob Landwirte oder Architekten, Künstler, Buchhalter und Piloten, viele fangen hier noch einmal ganz von vorn an. Das unwirtliche Klima mit seiner extremen Hitze nehmen sie in Kauf. Denn die meisten von ihnen wollen zurück zur Natur. Sanfter Tourismus und Nachhaltigkeit, das ist ihre Vision. Sie züchten Fische im fossilen Brackwasser, das aus den Tiefen des natürlichen unterirdischen Negev- Reservoirs hochgepumpt wird, bauen Granatäpfel und Gewürze an und produzieren Ziegenkäse und Wein. In ihren Ferienhäusern und Erlebnisfarmen findet man das, was man in Tel Avivs mediterranem Großstadtflair und Jerusalems schillernder Heiligkeit vergeblich sucht: nahezu mystische Stille, klare Luft und Sterne, so weit das Auge reicht. Ruhe und Besinnung aufs Wesentliche. Auch bei Hilda Zohar. Mit ihrem Mann betreibt sie seit 1999 das Weingut Boker Valley. Die Zohars bieten täglich Verkostungen an, ebenso Pferdeausritte durchs Zin-Tal. Dessen Flussbett markiert den schroffen Wechsel von weitläufigen ockerfarbenen Felsformationen zur zerfurchten Mondlandschaft um Mitzpe Ramon. Angenehm kühl ist es hier in 900 Metern Höhe. Die eigentliche Sehenswürdigkeit fällt am Südausgang der Stadt steil in die Tiefe: der Ramon-Krater, mit 40 km Ausdehnung größter Erosionskrater des Negev. Mit seinen 220 Mill. Jahre alten Felsschichten ist der Machtesch Ramon ein einzigartiges geologisches Naturphänomen. Radfahrer und Naturfreunde schätzen ihn ebenso sehr wie Wüstentiere – über 40 verschiedene Arten leben hier, darunter Gazellen, Steinböcke und Leoparden. Geschlafen wird meist in Zimmerim, der israelischen Bed-&-Breakfast- Variante. Hildas Unterkünfte etwa bestehen aus geräumigen Wüsten-Lodges samt Hängematte, Espressomaschine und Outdoor-Whirlpool. Ihre Nachbarn auf den Farmen Orliya, Carmey Avdat und Makman Dunes sind ähnlich ausgestattet. Sie organisieren Ausflüge zu den Wasserfällen der Nabatäer-Stadt Avdat, Besuche in Ben Gurions Kibbuz Sde Boker, Jeep- und Kameltouren. Zum Abendessen empfiehlt Hilda die Kornmehl-Farm. Das Wüstenrestaurant, zwei umgebaute Bahnwaggons, liegt auf einer Anhöhe mit herrlichem Blick. Die Einrichtung ist zweckmäßig und schlicht. Eine Handvoll Tische, eine offene Küche. Das Wesentliche ist kaum zu toppen: köstliche Ziegenkäse-Pizza und ein herrlicher Sonnenuntergang.

Arava-Ebene: Süße Früchtchen

Silicon Valley der Landwirtschaft, Hotspot für Wüstenforschung, Vorreiter im nachhaltigen Tourismus – das alles ist die Arava- Ebene. Attribute wie diese sind nicht übertrieben. Denn was Landwirte und Wissenschaftler hier aufgebaut haben, ist eine Meisterleistung. So stammen rund 60 Prozent des israelischen Exports von hier: Datteln, Gewürze, Paprika, Melonen, Feigen und der Exportschlager Nummer eins, Cherry-Tomaten. Doch neben spannenden technischen Entdeckungen und Landschaften von ergreifender Naturschönheit bietet die Arava auch kulturelle Schätze: Der Besuch von Naturparks und Ruinen antiker Städte und Siedlungen, zum Beispiel per Jeep oder Kamel, ist so die perfekte Ergänzung zum Urlaub am Toten Meer. Das lang gestreckte Flussbett der Arava, ein Ausläufer des großen afrikanischen Grabensystems, dehnt sich von der Südspitze des Toten Meeres bis nach Eilat. Von den Hotels am Toten Meer aus ist das Tal gut zu erreichen. Vorbei an den Salzanlagen und Pottasche-Fabriken, 20 Minuten höchstens, schon ist man da. Für Besucher bieten private Agrarbetriebe (Moshavim) Touren durch die Plantagen inklusive Verkostungen an. Etwa Ein Tamar, auf Deutsch: „Dattelquelle“. Der Name könnte treffender nicht sein. Ofra Gazit, Marketing- Chefin der Region, führt uns durch die schattigen Dattelwälder des Moshav. „Sind diese Datteln nicht unglaublich süß?“, fragt sie und reicht erwartungsvoll eine Box mit frisch geernteten Früchten herum. Medjoul und Deglet Noor heißen die Sorten, die zu den besten der Welt zählen. Stimmt, süß und saftig zergehen die Früchte auf der Zunge. „Die Frucht muss stärker gegen den hohen Salzgehalt des Bodens ankämpfen“, erklärt Ofra. Daher die außergewöhnliche Süße. Viele Landwirte haben sich derweil auf ökologischen Anbau spezialisiert. Der bewusste Umgang mit Ressourcen könne in der Wüste das Überleben sichern, meint Ofra. Sensibilität für „grüne Landwirtschaft“ sei hier besonders wichtig, ebenso das Teilen von Wissen. Genau das ist bei Israels Wüstentechnikern oberstes Gebot. „Natur kennt keine Grenzen“, unter diesem Motto forschen Menschen aus Israel, Palästina, Jordanien und anderen Ländern am Arava-Institut für ökologische Studien. Sie befassen sich mit computergesteuerter Bewässerung, ökologischer Landwirtschaft, Solartechnik, erneuerbaren Energien – brisante Themen: Die Region ist größtenteils von Wüste bedeckt , die Wasserressourcen sind begrenzt, die Bevölkerung wächst. „Wenn ihr am Arava-Institut vorbeikommt“, gibt uns Ofra mit auf den Weg, „dann achtet auf die Kakteen. Sie sind wunderschön.“ In der Tat: Das zarte Grün und die leuchtenden Orange- und Pinktöne der Pflanzen in den Oasen der südlichen Arava sind traumhaft – ein farbenprächtiger Kontrast zu den staubigen Wüstenfarben. Die Erfolge nachhaltiger Bewirtschaftung, auch im Tourismus, zeigen sich im Kibbuz Lotan etwa 40 km vor Eilat. Dank seiner ökologischen Ausrichtung ist Lotan nicht nur ein Paradies für Zugvögel und ihre Beobachter, sondern auch für naturbewusste Reisende, die ganzheitliche Wellness wie Reiki oder Wasser-Shiatsu schätzen. Auf dem Rückweg erklettern wir Salomons Säulen im Timna-Park, reiten auf einem Kamel und trinken Tee im Beduinenzelt in Kfar Hanokdim, bevor wir nach Osten zum Toten Meer abbiegen. Einmal durch die Arava und zurück: ein unvergessliches Erlebnis.

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